1. Salas
Geburt
Fernando de Valdés wurde 1483 in der Ortschaft Salas geboren, als Sohn von Juan Fernández de Valdés und Mencía de Valdés, Herren von Salas. Er gehörte einer Hidalgo-Familie an, die mit den wichtigsten Häusern des Fürstentums Asturien verbunden war, obwohl von bescheidenen wirtschaftlichen Mitteln. Vermutlich ein zweitgeborener Sohn, verließ er früh seine Heimat, um in Salamanca zu studieren.
Die Ortschaft Salas
Die Stadt Salas, eingebettet im Herzen Westasturiens am Ufer des Flusses Nonaya, war im Mittelalter ein bedeutendes Verwaltungs- und Herrschaftszentrum. Ihre strategische Lage am Jakobsweg machte sie zu einem Pflichtaufenthalt für Pilger, Händler und Reisende und verlieh ihr eine beachtliche Handelsaktivität. Überragt von der Torre Vieja — heute Sitz des Präromanischen Museums von Salas — und geschützt durch ihre mittelalterliche Stadtmauer, verfügte die Stadt über einen lebhaften Markt, Herbergen für müde Wanderer und eine blühende Handwerkergemeinschaft. Die Familie Valdés, eines der einflussreichsten Adelsgeschlechter des Bezirks, hatte ihren Stammsitz seit Generationen in diesen Landen. Obwohl von bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen, genossen die Valdés gesellschaftliche Anerkennung und pflegten Verbindungen zu anderen Adelsfamilien des Fürstentums. In diesem Umfeld von Tradition und ländlichem Kleinadel wurde Fernando de Valdés 1483 geboren, zu einer Zeit, als die Stadt eine Phase relativen Wohlstands unter dem Schutz des Jakobsweges und des Viehhandels erlebte. Die Spuren, die der Inquisitor in seiner Heimatstadt hinterließ, sind bis heute sichtbar: Die Stiftskirche Santa María la Mayor, die er als Familienpantheon errichten ließ, dominiert das Stadtbild von Salas und beherbergt sein berühmtes Renaissance-Mausoleum, Symbol für Macht und Ehrgeiz einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts in Spanien.
Kollegiatskirche und Mausoleum
Fernando de Valdés beauftragte den Bau der Kollegiatskirche Santa María la Mayor als Familienpantheon, ein gotischer Tempel mit Renaissance-Elementen, der als Kulturdenkmal geschützt ist. Sein Mausoleum, zwischen 1576 und 1582 vom italienischen Bildhauer Pompeo Leoni im Auftrag des Herzogs von Alba aus Alabaster gefertigt, ist ein Meisterwerk der Renaissance. Das Skulpturenensemble hat drei Ebenen: die untere mit Biografie und Familienwappen; die mittlere mit Allegorien der Nächstenliebe und Hoffnung, die den betenden Erzbischof flankieren; und die obere mit dem Glauben, der über die Häresie triumphiert, begleitet von den Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Stärke.